Neujahrsempfang: „Sachliche und verantwortungsvolle Zukunftsgestaltung“

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Am 18. Januar 2026 fand der Neujahrsempfang der Gemeinde Kelmis statt.

In seiner Neujahresansprache zog Bürgermeister Daniel Hilligsmann eine erste Bilanz der Arbeit der Koalition von elan und SP Offener Bürgerliste. Er betonte die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Mehrheit, die von Sachlichkeit, gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Verantwortungsverständnis getragen ist. Im Mittelpunkt stand der Anspruch, Politik realistisch, transparent und lösungsorientiert zu gestalten. Dazu gehörten klare Prioritäten, eine konsequente Haushaltsdisziplin sowie ein umfassendes Sparpaket, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern.

Zugleich wurde deutlich gemacht, dass Sparen kein Selbstzweck ist und gezielt dort Grenzen gezogen wurden, wo Ehrenamt, Personal und zentrale Dienstleistungen betroffen sind. Neben der finanziellen Konsolidierung hob der Bürgermeister die zahlreichen umgesetzten und angestoßenen Projekte hervor. Ziel bleibt es, Kelmis verantwortungsvoll weiterzuentwickeln, Stabilität zu sichern und die Gemeinde langfristig stark, lebendig und zukunftsfähig zu gestalten.

Besondere Ehrungen: Siehe Website der Gemeinde

 

Neujahrsansprache des Bürgermeisters

Werte Ehrengäste,

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrte Damen und Herren,

„Wer die Realität ignoriert, überlässt sie dem Zufall.“

Dieser Leitsatz beschreibt sehr treffend den Anspruch, mit dem die neue Koalition von elan und SP Offener Bürgerliste vor einem Jahr Verantwortung für unsere Gemeinde übernommen hat.

Politik bedeutet meiner Meinung nach nicht, sich Wunschbildern hinzugeben, sich von schönen Ideen oder bequemen Illusionen treiben zu lassen – oder schlimmer noch, Illusionen auszumalen, von denen wir selber wissen, dass wir sie nicht erfüllen können.

Politik bedeutet viel mehr, die Realität klar zu erkennen – mit all ihren Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch mit all ihren Grenzen.

Seit einem Jahr ist die neue Koalition im Amt. Wir haben in Kelmis weder die Welt verändert, noch eine umfassende Kernsanierung durchgeführt – und niemand konnte dies ernsthaft erwarten.

Wohl aber haben wir begonnen, Probleme und Altlasten offen, transparent zu benennen, Prioritäten zu setzen und Maßnahmen umzusetzen, die Wirkung zeigen.

Die Zusammenarbeit innerhalb der Koalition ist seither geprägt von Sachlichkeit, gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Verständnis von Verantwortung.

Das Prinzip der freien bzw. Offenen Bürgerliste hat sich bewährt: Es steht für Offenheit, für pragmatische Politik ohne starre Dogmen, für Mandatare unterschiedlicher Hintergründe und Erfahrungen und für den Mut, Entscheidungen zu treffen – auch wenn sie unbequem sind.

Dafür bin ich sehr dankbar.

Der Realität Rechnung zu tragen, bedeutete vor allem, unsere Finanzen ehrlich zu betrachten.

Wir mussten ein umfassendes Sparpaket umsetzen. Dabei ging es nicht um Sparen als Selbstzweck. Vielmehr ging es darum, klare finanzpolitische Grenzen zu benennen und entsprechend verantwortungsvoll hiermit umzugehen.

Das bedeutete auch, Gewohntes zu hinterfragen. Wir können unsere Dienstleistungen nicht mehr verschenken, wir können nicht zugleich sparen und uns als Event-Veranstalter versuchen. Stattdessen wurden in allen Zuständigkeitsbereichen Sparmaßnahmen und Tarifanpassungen vorgenommen – transparent und nachvollziehbar.

Bis Juni 2025 mussten wir wieder die schwarze Null erreichen – und dieses Ziel haben wir mit einem umfassenden Sparpaket erreicht.

Ein Sparpaket, das die allermeisten Zuständigkeitsbereiche unserer Gemeinde betrifft. Und ein Sparpaket, dessen Auswirkungen natürlich nicht spurlos an uns vorübergehen können.

 

Bewusst utjenohme ut os Sparpaket hant vähr de Dotatiuene a’n Vereine. Denn os Ijreamtleche sönt mije wie Zahle in ene Huschert – Se sönt et Hatt änn de tragende Kräfte va’n os Jemingde.

Sej sönt et, di Tesamehoht, Bejechnung änn Jemingschaft möhlech mahke; Die Projekte realiseere, Fester organisere und met et Läve in os Jemingde jestalte. Ohne sej köss i os Projekt jeh Dörepsprojekt änn jeng jemeinsam Perspektiv stettvenge.

Dovöhr es vöhr os klohr: Wu Engagement änn Vereinsläve stattvenge, doh soll jenge Ruesteft ahjesatt wäede, änn do welle vähr need spare.

Denn di Minsche, di os Jemingde lebendesch haue, die verdeene Respekt, Anerkennung änn Onderstützung – änn jenau dat welle vähr höhn och i Zukunft jäve.

Es vröet mech daher hijel, hü werem mihere Ehrunge ijen Bereiche Sport änn Ihjreamt överjäve te döhre. Hejtu spieder mije. Alle Ijreamtleche änn Vereine gratuleer ech herzlech tu höhn Engagement, änn höhn Leistungen änn Erfolje ije afjelope Johr..

 

Mesdames et Messieurs,

Les résultats de notre programme d’économies démontrent que notre voie a été juste : depuis notre entrée en fonction, nous avons réalisé plus de 850 000 euros d’économies, dont environ 500 000 euros au niveaux des frais de fonctionnement de la commune. Nous avons démontré que nous sommes en mesure de rétablir durablement l’équilibre financier. Il s’agit bien entendu d’un équilibre fragile. Nous ne sommes pas devenus riches d’un jour à l’autre et nous ne ferons pas de miracles dans les années à venir.

De même, nous ne pourrons pas éviter les réformes décisions des niveaux supérieurs qui continueront d’affecter notre commune.

La baisse des recettes liées à l’IPP, la réforme du chômage et d’autres facteurs entraînent une charge supplémentaire de plus de quatre millions d’euros pour La Calamine d’ici 2030.

C’est énorme.

Il est donc d’autant plus essentiel d’agir de manière réaliste aujourd’hui afin de conserver une marge de manœuvre demain.

À ce jour, La Calamine n’enregistre pas moins de 800 000 euros de recettes supplémentaires grâce à nos négociations avec la Communauté germanophone et ses communes.

Des moyens essentiels et indispensables à la pérennité de notre commune, dont nous sommes reconnaissants.

 

Auch über’s Sparen hinaus blicken wir dankbar auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit DG und deutschsprachigen Gemeinden zurück.

Denn tatsächlich haben wir nicht nur gespart.

Der Realität Rechnung zu tragen, heißt nicht, auf Gestaltung zu verzichten. Im Gegenteil: Gerade weil wir Ordnung geschaffen haben, konnten und können wir gezielt Zukunft gestalten – statt sie dem Zufall zu überlassen.

Wir haben das betreute Wohnen aufgearbeitet – ein geerbtes Projekt, das die neue Mehrheit weder geplant noch entschieden hat –, wir haben eine nachhaltige Personalplanung bis 2030 eingeführt, so dass der aktuelle Personalstamm bis 2030 stabil bleibt, wir haben das Schwimmbad mit einem externen Konzessionär wiedereröffnet, das Parkhotel öffentlich ausgeschrieben und Begegnungsorte wie das Dorfhaus Hergenrath und das Select in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft wiederbelebt.

Wir haben in Bildung und Jugend investiert: Schulhofgestaltung, Aufwertung der Pausenaufsichten, die bereits teilweise umgesetzt wurde, neuer Kindergemeinderat und Mitmach-Sonntag als lebendiger Ort des Austauschs.

Auch der Blick nach vorne ist geschärft: Gewerbepark Lütticherstraße-Schnellenberg, Mobilitätspakete I und II mit nützlichen Anpassungen der Straßenverkehrsordnung, neue Parzellierungsprojekte sowie das gesamte Richtlinienprogramm der Mehrheit sind jetzt und im kommenden Jahr wichtige Schritte für die Zukunft.

All das sind keine Zufallsentwicklungen, sondern Bausteine einer weitsichtigen und kohärenten Gestaltung.

 

Meine Damen und Herren,

Zu unseren privilegierten Partnern bei der Umsetzung unserer Ziele gehören Verwaltung, Bauhof, ÖSHZ und die AGR. Auch für sie geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Ein Jahr voller Herausforderungen, Arbeit und Engagement – und voller Ergebnisse, die sich sehen lassen können.

46 Städtebauanträge wurden genehmigt, 86 Hochzeiten gefeiert, 105 Staatsangehörigkeitserklärungen ausgestellt und über 1.000 Führerscheine ausgehändigt – so lauten die Zahlen aus dem letzten Verwaltungsbericht.

Unzählige Rechnungen wurden gebucht. Arbeitsverträge genehmigt, Sozialkontrollen und Vermittlungen im ÖSHZ durchgeführt.

Der Bauhof hat Wasserrohrbrüche behoben – auch an Sonn- und Feiertagen – Grünflächen gepflegt, Infrastrukturen unterhalten, und gerade in den letzten Wochen war zu jeder Tages- und Nachtzeit der Winterdienst unterwegs.

Für dieses Engagement und die gute Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung sind wir sehr dankbar.

Hieran wollen wir im beginnenden Jahr anknüpfen. Deshalb haben wir auch in diesem Bereich nicht gespart.

Mit unserem Team, den Kolleginnen und Kollegen, die uns Tag für Tag umgeben, und mit dem Anspruch an uns selbst, uns weiterhin stetig zu verbessern, wollen wir die Gemeinde Kelmis, mit starken Dienstleistungen weiter attraktivieren.

Das ist unser Anspruch.

Unser Anspruch betrifft darüber hinaus auch die politische Verantwortung, die wir Mandatare tragen. Die Arbeit des Gemeinderates wollen wir im Gleichgewicht von Mehrheit und Opposition fortführen – sachlich, fair und auf das Wohl unserer Gemeinde ausgerichtet. Politik ist gerade heute kein Selbstzweck, nicht in Kelmis und nirgendwo sonst.

Vielmehr sollte sie wieder zum Vorbild werden: für sachlichen Diskurs, Transparenz, und für den respektvollen Umgang miteinander. Das Bild, das die Politik von sich selbst abgibt, verantworten wir selbst.

Es liegt an uns, durch unsere Worte und Taten zu zeigen, dass Politik nicht von Konfrontation oder persönlichen Interessen geprägt sein muss, von Populismus, beliebigen Behauptungen in den Medien, oder zynischer Stimmungsmache, sondern von Verantwortung, Pragmatismus und dem gemeinsamen Ziel, Lösungen zu finden für die Herausforderungen, die uns alle betreffen.

Wir wollen ein Gemeinderatsklima fördern, in dem Diskussionen ernsthaft geführt, unterschiedliche Perspektiven gehört und Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden.

Ein Klima, in dem politische Arbeit nicht zur Selbstdarstellung wird. Dies halte ich für eine gefährliche Sackgasse.

Stattdessen sollte unsere Arbeit dem Wohl der Bürgerinnen und Bürger dienen, verantwortungsvoll und auf lange Sicht – nicht mehr und nicht weniger.

Auf diese Weise, und nur auf diese Weise, werden wir Kelmis glaubwürdig gestalten und in unserer Gemeinde ein Klima des Vertrauens und Miteinanders fördern.

Auch das ist unser Anspruch – und daran werden wir uns messen lassen.

 

Ming Damen änn Häre,

ech well mech bej alle Kollejinne änn Kolleje va’ne Jemingeroht bedanke, die tu en sachleche änn verantwortungsvoll Tesamearbeit bejdrahre, änn sech met Engagement vöhr et Wohl va’n os Jemingde äsette.

Minge besondeje Dank es hü a dijene Kolleje jerecht, die der Jemingderot zum Teil no vöhl Johre verlohte hant, of hönne Rücktritt ahjeköndescht hant.

Jean Ohn, Luc Frank änn Bruno Krickel Hant höhn Mandate ije letzte Johr nejerjelaat Of ahjeköndescht, se inne nächste Jemingderoot nejerteläje.

Sej wohre Mitglieder wa’ne Jemingderoot, änn hant zum Teil Verantwortung als Schöepe of Bürjermeester övernohme.

E sö ne Äsatz vöhr Kelemes es alles andere als selbsverständlech. Need jederenge es bereet, e Mandaat te övernäme Änn de hejvöhr nüedeje Energie, Tied änn Verantwortung optebrenge.

Deshalb ben ech övertüscht, dat alle ausscheidende Mandatare osse Dank verdeene – jenau wi di jeneje, di sech hü of i Zukunft engageere wäede.

Wenn os politische Positiuene och onderschiedlech sönt, of deelwies söjar entjäjejerecht, lävvt os Demokratie va jenau dé Ideewettbewerb.

Dé et ermölecht, os öffentleche Institutiuene sachlech, kritisch änn verantwortungsbewusst ijen Zukunft te vöhre.

Hejvöhr vöhlmohls merci.

 

Chers invités,

Dans mon discours du Nouvel An dernier, j’ai annoncé notre intention d’activer les atouts de notre commune, grâce aux partenariats dans la région frontalière, à de nouvelles synergies et à l’action résolue de la majorité dans tous ses domaines de compétence.

Je pense que nous ayons fait des pas importants dans ce sens. Par ailleurs, nous avons montré de manière claire et réaliste comment rétablir l’équilibre budgétaire, sans illusions, mais avec sérieux et confiance.

 

Doch verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Diese Neujahrsrede soll kein Selbstlob sein.

Sie ist in erster Linie ein Versprechen. Ein Versprechen, dass wir weiterhin der Realität Rechnung tragen werden – und dass wir die Zukunft unserer Gemeinde nicht dem Zufall überlassen.

Mit Ehrlichkeit, Verantwortung und dem festen Willen, Schritt für Schritt voranzugehen, wollen wir weiterhin sachlich Politik gestalten. Für eine langfristige Stabilität, nicht für kurzfristige Effekte.

Wir werden Maßnahmen ergreifen, wo es nötig ist, abwägen, wo es verlangt wird, und unsere Gemeinde so weiterentwickeln, dass sie stark, lebendig und zukunftsfähig bleibt.

Denn genau das ist unser Auftrag – und gemeinsam, im Zusammenwirken von Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und den Bürgerinnen und Bürgern, können wir ihn verantwortungsbewusst, mit Augenmaß und im Bewusstsein unserer Verantwortung erfüllen.

In diesem Sinne, meine Damen und Herren, wünsche ich Ihnen allen ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Möge 2026 uns allen Chancen bringen, Mut schenken und viele Momente des Miteinanders in unserer schönen Gemeinde ermöglichen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.